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Alfredo Zabeni 1969
Alfredo Zabeni 1969

Nachdem der 1928 geborene Alfredo Zabeni seine Lehre als Coiffeur abgeschlossen hatte, verliess er Brescia, denn es zog ihn in die Weite. Am denkwürdigen 22. Februar 1948, dem Tag des grossen Eisenbahnunglücks, traf er in Wädenswil ein, wo bereits eine Cousine im Restaurant Eintracht arbeitete. Erste Unterkunft fand er beim Fotografen Marcel Hoff mann, dessen Frau ebenfalls aus Italien stammte und in Wädenswil mehrere Landsleute betreute.

Beim legendären Coiffeur Raible im Haus zum Zyt fand Alfredo bald eine Anstellung. Gearbeitet wurde damals von Montag bis Freitag bis um 19 Uhr und am Samstag bis 20 Uhr. Der junge Italiener – der Figaro oder «Tschinggeli», wie er auch liebevoll und ohne rassistischen Hintergrund genannt wurde – war bald bekannt und beliebt. Er blieb nicht nur ein Jahr bei seinem Meister, wie er es einst geplant hatte, sondern deren drei. Dann leistete er zwei Jahre Militärdienst in Italien und kehrte 1955 wieder ins Coiffeurgeschäft Raible nach Wädenswil zurück. Hier lernte er Elisabetta Cappozzo kennen, die bei der Firma Gessner als Weberin arbeitete. 1960 wurde geheiratet; 1961 kam die Tochter Morena zur Welt, 1966 folgte Diego und 1970 William.

Ein eigenes Geschäft

Engelstrasse 4, Wädenswil
Engelstrasse 4, Wädenswil

1969 gab A. Raible seinen Salon auf und das Ehepaar Zabeni konnte ihn erwerben. Seit 50 Jahren ist das bekannte Geschäft nun in der Hand der Familie, was dieses Jahr mit verschiedenen Anlässen gefeiert wird. Der neu eingerichtete und modernisierte Salon Zabeni wurde am 1. April 1969 eröff net. Beschäftigt war nebst dem Inhaber Alfredo ein Angestellter. Auch die Frau und Mutter half im Betrieb tatkräftig mit, nebst Haarschnitt besonders spezialisiert auf das Rasieren. Ausschliesslich rasiert wurde von Montag bis Freitag jeweils am Morgen zwischen 7 und 9 Uhr und an jedem Samstagnachmittag bis 17 Uhr.

William Zabeni übernimmt

William Zabeni 1989
William Zabeni 1989

Erst 58-jährig starb Alfredo Zabeni unerwartet im Herbst 1986. Wie sollte es nun weitergehen? Der jüngste Sohn William hatte sich für den Beruf des Vaters entschlossen und war seit drei Monaten in Th alwil in der Lehre. 1989 hielt er sich in London auf, wo er die Meisterprüfung ablegte. Dann kehrte er heim, übernahm die Geschäftsführung und entlastete die Mutter, welche den Salon in der Zwischenzeit mit verschiedenen Angestellten geführt hatte. Eine langjährige treue Kundschaft hatte sie dabei unterstützt und gab ihr die Stärke weiterzumachen. Dafür ist sie noch heute dankbar. Da es hiess, das Haus zum Zyt werde demnächst abgebrochen und die Lokalität gekündet wurde, verlegte William Zabeni das Geschäft an den heutigen Standort, ins Haus Engelstrasse 4. Freunde halfen beim Umbau des einstigen Bijouterie-Ladens tatkräftig mit. Am 6. Mai 1991 konnte die Eröff nung gefeiert werden. Seither wurde weiter ausgebaut und modernisiert: 1996/97, 2005 und zuletzt bei der Renovation der Liegenschaft.

William Zabeni ging neue Wege. Nebst dem traditionellen Herrensalon führte er nun auch einen Damensalon. Zu Elisabetta Zabenis Kundschaft zählte ab 1988 der Fussballer Murat Yakin, der in Wädenswil wohnte. Über ihn konnte William bald Kontakte zu weiteren Fussballern knüpfen. Während rund 13 Jahren war er nun der Coiffeur der Schweizer Nationalmannschaft. Ab 2000 verpasste er die Haarschnitte im Trainingscenter Panorama Resort Feusisberg. Sechs von elf Spielern präsentierten sich an der Weltmeisterschaft 2006 mit William Zabenis Haarschnitt.

Auf neuen Wegen

Team Zabeni 2019
Team Zabeni 2019

2003 eröffnete sich William Zabeni ein zusätzliches Tätigkeitsfeld durch die Zusammenarbeit mit der auf Haarprodukte spezialisierten internationalen Firma Wella. Hier wirkt er als Ausbildner, gibt Kurse und realisiert Frisurenshows. 2010 trat Diego Zabeni ebenfalls ins Coiffeurgeschäft ein, nachdem er sich in London in diesem Beruf ausgebildet hatte. Heute beschäftigt der Salon Zabeni vier Mitarbeitende. Und wie eh und je ist auch die 85-jährige Mutter noch immer präsent; sie erscheint jeden Morgen früh und auch am späten Abend an der Engelstrasse 4. Und tagsüber sieht man sie durch eines der Schaufenster noch oft beim Kopfwaschen, Haareschneiden und beim Rasieren. 20 Jahre war Vater Alfredo Zabeni in Wädenswil tätig, seit bereits 30 Jahren ist es Sohn William. Mit Genugtuung dürfen Mutter und Söhne auf eine erfolgreiche Entwicklung zurückschauen. Und ebenso zuversichtlich blicken sie in die Zukunft.

William, Elisabeta, Diego Zabeni - 50 Jahr Feier
William, Elisabeta, Diego Zabeni - 50 Jahr Feier